Serafina hatte eine unbeschwerte Kindheit. Sie wuchs in einer Hütte im Wald bei dem Dorf Weißenbach zusammen mit ihrer Schwestern Feodora auf.
Trotz ihrer spektakulären Geburt wurde sie nie bevorzugt behandelt, weder von ihrer Mutter, Eleonora, noch von deren Zirkel, bzw. von den anderen Hexen mit denen ihre Mutter in Kontakt steht und stand. Davon, dass sie eine Eigeborene ist, wissen ohnehin nur wenige Vertraute ihrer Mutter, ihre Schwester, ihr Vater, sowie hochranginge Mitglieder des Zirkels.

Serafinas jüngere Schwester Feodora hatte nicht die magische Veranlagung der Mutter geerbt, doch sah sie Serafina ähnlich wie eine Zwillingsschwester, ein Fremder hätte sie kaum auseinander halten können. Die Schwestern hatten ein sher inniges Verhältnis zueinander und waren unzertrennlich.

Zu ihrem Vater, Theobald Birkenhain, hat Serafina ebenfalls ein sehr inniges Verhätnis. Er ist ein Hexer gehört im Gegensatz zu Eleonora, die eine Tochter der Erde ist, der gleichen Schwesternschaft wie Serafina an, den verschwiegenen Schwestern. So kam es, dass Theobald, der eigentlich nicht mit der Familie zusammengelebt hatte (Eleonora und er trafen sich bei einer Hexennacht...), als die Zeit gekommen war, ein Häuschen in der Nähe bezog, um die magische Ausbildung Serafinas zu übernehmen.

So wuchs Serafina glücklich und behütet auf. Sie wurde eine sehr begabte und Hexe und Kämpferin und ihre geliebte Schwester Feodora wurde von Eleonora zu einer beliebten Kräuter- und Heilkundigen Hebamme ausgebildet.

Doch diese glückliche und unbeschwerte Zeit hatte ein grausames Ende.
Serafina und ihr Vater hatten den Auftrag bekommen Gerüchten nachzugehen, die besagten, dass ein Hexenjäger eine Schwester ihres Zirkels umgebracht haben solle. Während dieser Tage verlies auch die Mutter für wenige Tage das Haus, um einer Schwangeren in einem nahegelegenen Gehöft beizustehen, die bald gebären sollte und bei der Komplikationen erwartet wurden. So blieb Feodora allein Zurück.
Während ihrer Reise wurde Serafina plötzlich von einer seltsamen Unruhe ergriffen und in der darauf folgenden Nacht fuhr sie schweißgebadet und schreiend aus einem furchttbaren Albtraum auf. Sie wusste das etwas schreckliches passiert sein musste und das sie sofort nach Hause aufbrechen mussten. Sie hatte schreckiche Angst um ihre Schwester.
Serafina und Theobald eilten sofort zurück nach Hause, doch als sie zwei Tage später das Haus erreichten war es bereits zu spät. Eleonora empfing sie in tiefer Trauer. Sie war zwei Tage zuvor nach der Geburt des Kindes und von Unruhe ergriffen nach Hause zurück gekehrt, das Häuschen war total verwüstet und sie hatte Feodora am Rande des Grundstückes erhängt aufgefunden. Auch ein kleiner, unfertiger Scheiterhaufen war in der Nähe zu finden gewesen, entweder hatte der Mörder nicht genug Zeit, oder er hatte gemerkt, das Feodora keine Hexe war. Wie dem auch sei, alles deutete darauf hin, dass der Mörder Feodoras ein Hexenjäger war.

Serafina brach an Feodoras Grab zusammen. Wochenlang verkroch sie sich, aß kaum, redete mit niemandem und verbrachte viele Stunden allein im Wald. Ihre Eltern machten sich große Sorgen. Nichts schien sie mehr aufmunter oder auch nur erreichen zu können.

Eines Tages jedoch, kam Serafina mit einem verletzten Uhu nach Hause. Er war noch sehr jung, hatte einen gebrochenen Flügel und war stark abgemagert. Serafina nahm sich seiner an, heilte ihn und peppelte ihn auf. Sie verbachte den ganzen Tag mit dem Tier, man sah sie nie mehr ohne ihn und so wie es dem Vogel von Tag zu Tag besser ging, so schien auch Serafina wieder aufzublühen.. Sie aß wieder, wurde wieder offener gegenüber ihren Eltern und sie nahm den Unterricht bei ihrem Vater wieder auf.

Wenige Monate später, als der Uhu, Esmeralda, zu Serafinas Vertrauter geworden und zu einem prächtigen Tier herrangewachsen war und nachdem Serafina wieder zu ihrer alten Form gelang war und sogar darüber hinaus, packte sie ihr Bündel und erklärte ihren Eltern, dass es nun Zeit für sie wäre in die Welt hinaus zu ziehen. Ihren Vater nahm sie beiseite und sagte ihm sie werde den Mörder Feodoras suchen und finden und ihre Schwester rächen. Sie lies keinen Einwand gelten.

Nach einem tränenreichen Abscheid von ihren Eltern machte Serafina sich auf, mit ungewissem Ziel, aber voller Entschlossenheit. Der Einzige Hinweis auf den Hexenjäger, den sie hatte, war ein Siegelring, den sie im Chaos der verwüsteten Hütte gefunden hatten ...